„Aufruhr in Damaskus“ (1939) – Deutscher Abenteuer- und Liebesfilm von Gustav Ucicky

Aufruhr_in_Damaskus

Aufruhr in Damaskus ist ein Liebesfilm von 1939. Gedreht wurde der Film vom 15. September bis Januar 1939 in Tripolis und Umgebung, Lybische Wüste, Terra-Freigelände und auf dem Dampfer „Habicht“. Die Uraufführung fand am 8. März 1939 im Capitol in Berlin statt.

Zum Filmvideo:
https://archive.org/details/1939-Aufruhr-in-Damaskus
https://www.youtube.com/watch?v=I4txaY01O-0

Handlung:

025Auf dem arabisch-syrischen Schauplatz des Weltkrieges konzentriert der englische Oberst Lawrence den Angriff auf die deutsche Front zwischen Jordan und Mittelmeer und besonders auf die kleinen Forts, die am Rande der Wüste liegen. Den Wüstenkrieg sollen nicht etwa die Tommies führen, die in immer neuem Nachschub zu einer erdrückenden Übermacht anwachsen. sondern die Wüstenstämme, deren Scheichs mit gutem englischen Gold zu Verbündeten Englands gemacht werden. Im schallenlosen Sandmeer der Wüste liegt ein kleines Außenfort. Der Fahnenmast reckt die Kriegstagge des deutschen Heeres in die brütende Sonne. Wülende Angriffe arabischer Reiter wurden abgewehrt. Aber die Besattung muß Munition sparen, und auch die Lebensmittel sind nahezu erschöpft. Milzschlag und Ruhr dezimieren die kleine Truppe, die unter dem Kommando des Hauptmanns Schulz steht. Leutnant Keller erhält von ihm den Befehl, nach Damaskus zu gehen, um von dort Munition und Proviant heranzuschaffen. Mit Ufz Kroll und vier Mann soll er sich durchschlagen. Unterwegs toben Keller und seine fünf Getreuen auf eine seltsame Karawane. Die Beduinen ergreifen die Flucht und lassen ihre Beute, ein junges Mädchen, Vera Niemeyer, in den Händen der Deutschen.
Die Schicksale, von denen Vera kurz berichtet, hat der Krieg geformt: Ihr Vater wurde in Nablus erschossen als er sich mit wenigen Landsleuten verteidigen wollte, und Vera wurde von plündernden Arabern verschleppt. Jetzt will sie zu ihrem Onkel nach Damaskus. So wenig Leutnant Keller von dem unerwünschten „Zuwachs“ entzückt ist, so ritterlich sorgt er dafür, daß Vera ihr Ziel erreicht. in Derat, wo der Bahnhofsbeamte gerade den fürchterlich überfüllten Zug abfahren lassen will, besetzen zwei Mann von Kellers Trupp erst einmal die Lokomotive. Ein Viehwagen wird von den Deutschen belegt. Sie kommen mit Ausnahme von Kroll, der in Derat zurückbleiben muß, nach Damaskus. Aber in welchem Zustand befindet sich diese Stadt, die das Zentrum des Hinterlandes der Front sein soll. Kein Tag vergeht ohne Plünderung. Veras Onkel ist abgereist. Vera steht allein und ohne Geld in der tobenden Stadt, sie bezieht das verlassene Haus ihres Onkels. Mit ein paar Leuten will der deutsche Hauptmann Lamberty das Zentrum der Etappe in Ordnung halten, aber die Türken unterstützen ihn nur wenig dabei. Und der elegante Herr Moni, der wichtigste Exporthändler von Damaskus scheint nicht nur mit den Deutschen und Türken Geschäfte zu machen. In der Nacht vor dem Abmarsch Kellers kommen sich Vera und der junge Leutnant Keller näher. Als Vera erwacht, sieht sie Keller und selne Leute gerade das Haus verlassen. Veras bebende. Lippen sprechen es wie ein Gebet: „Komm wieder . . . komm wieder?“ Dann geht Vera zur deutschen Kommandantur und wird im Militärlazarett als Krankenschwester eingestellt. Hauptmann Schulz läßt an die Fortbesatzung die letzte Ration verteilen. Im rechten Augenblick ist Keller zurück. Da kommt ein Telegramm vom Armee-Oberkommando: Das Fort wird geräumt und in Brand gesteckt, Schulz zieht mit seiner Abteilung ab.
Keller und Gerlach sollen, als Araber verkleidet, die auf Außenposten liegende Gruppe Hartung erreichen und mit ihr nachkommen. Treffpunkt soll Damaskus sein. – Keller und Gerlach finden die Gruppe Hartung tot und schrecklich zugerichtet. Ein Leutnant und zehn Mann erhalten ihr Heldengrab im Wüstensand. Gefallen für Deutschland! Englische Flieger und eine Abteilung Araber beschießen die erschöpft marschierende Truppe Schulz. Aber noch einmal schlägt sie sich durch eine starke Übermacht durch. Als die Truppe, dem Zusammenbrechen nahe in Derat anlangt, ist der Wassertank leergeschossen, sind die Lokomotiven zerstört. Der Durst ist stärker als der Ekel, die Deutschen trinken das Drreckwasser unter den Trümmern der Lokomotive. – Hinter Stacheldraht-verhau und spanischen Reitern hat sich die Kommandantur verschanzt. Sie ist der Zufluchtsort derer geworden, dir sich vor der Mordlust der Eingeborenen in Sicherheit bringen konnten. Auch Vera befindet sich unter ihnen. Die Abteilung Schulz rückt in die Stadt ein. Kämpfend bahnt sie sich ihren Weg. Hauptmann Schulz wird dabei tödlich verwundet. – Keller und Gerlach haben Damaskus erreicht; Keller hat einen Streifschuß erhalten.
Der Aufruhr hat die ganze Stadt erfaßt; aber trotzdem gelangen sie zur Kommandantur. Am Totenbett des Hauptmanns Schulz stehen sich Vera und Keller gegenüber. Es ist ein kurzes Wiedersehen. Keller übernimmt das Kommando und führt die deutschen Soldaten aus der Stadt, ehe die Engländer einrücken. Von ihrem verbarrikadierten Fenster aus blickt Vera Keller nach … Die Engländer ziehen in Damaskus ein. Sie brauchen nicht zu kämpfen, ihr Marsch ist ein Triumphzug. Aber sie schaffen wenigstens Ruhe, sie übernehmen die Pflege der Verwundeten sowie den Schutz der Frauen und Kinder. – Was geschah mit Keller und seinen Leuten? Das Rapportbuch der Truppe gibt uns die Auskunft. Die letzte Eintragung lautet: „Am 30. Oktober erreichte Leutnant Keller mit 14 Mann die deutsche Grenze.“
Quelle: Illustrierter Film-Kurier

Auszeichnungen
Prädikate: staatspolitisch wertvoll; künstlerisch wertvoll

Wissenswertes
Nach einer Idee von Herbert Tjadens, so hieß der Kriegsfreiwillige, der sich an die Front in Kleinasien meldete und dort Zeuge jenes grandiosen Kampfes wurde, den die verbündeten Türken und Deutschen gegen die erdrückende Übermacht der Engländer und der von ihnen durch „Geld und gute Worte“ zu Bundesgenossen gemachten Eingeborenenstämme zu bestehen hatten. Später, als der Erste Weltkrieg längst beendet war, verdichtete sich die Erinnerung an die Erlebnisse auf dem Kriegsschauplatz zwischen Jordan und Mittelmeer zum Entwurf dieses Films. Tjadens war – wie so mancher- – durch die zupackende Gewalt des Kriegserlebnisses zum Schriftsteller geworden. Sein Filmentwurf „Aufruhr in Damaskus“ wurde, nach mancherlei Irrwanderungen durch das unerforschte Land der Filmdramaturgie, von der Terra erworben und dem Produktionsprogramm 1938/1939 zugeteilt. Ph. L. Mayring gab dem inzwischen herangewachsenen Drehbuch die letzte Fassung. Aber die Herstellungsgruppe Otto Lehmann konnte mit dem Film weder ins Atelier noch zu den Außenaufnahmen gehen, denn … Aufruhr und Verwirrung waren in der Welt, in der Zone von Damaskus sowohl als auch anderwärts. Zwischen Jordan und Mittelmeer knatterten die englischen Maschinengewehre, diesmal gegen dieselben Eingeborenen, die seinerzeit für Großbritannien gefochten hatten und die nun endlich die Erfüllung der ihnen damals gemachten Versprechungen verlangten. Auch sonst wurde die Welt von dem Fieber einer Krankheit geschüttelt, als deren Ursache eine chirurgische Behandlung erkannt wurde, für die das „Kollegium von Versailles“ verantwortlich zu machen ist. Erst als sich nach dem historischen Treffen von München die Wogen der Erregung glätteten, konnte an die Verwirklichung der Filmidee „Aufruhr in Damaskus“ gedacht werden. Der Bremer Argo-Dampfer „Habicht“, den die Terra eigens für den Film gechartert hatte, verließ seinen Heimathafen, bemannt mit den Leuten vom Stab des Spielleiters Gustav Ucicky, einigen Darstellern – die anderen benutzten Eisenbahn, Schiff und Flugzeug – und bepackt mit Ausrüstungsgegenständen, Uniformen, Filmgerät und – Flaschenbier, denn es stand zu erwarten, daß es bald heiß zugehen würde.
Der „Habicht“ war kein Luxusdampfer. Er war das, was die Seeleute einen „Eimer nennen“. Und als er in die Biscaya kam, da blies der Wind, da rollten die Brecher über den Bug des Schiffes, und. die Filmleute segneten den Tag, als die Meerenge von Gibraltar in Sicht kam. Jetzt konnte sich der „Habicht“ in der Nähe der nordafrikanischen Küste halten, im ruhigeren Gewässer und fernab von der spanischen Reibungsfläche. Hinter Tunis bog das Schiff ab, Richtung Tripolis. Als die Ankerketten im Hafen der Hauptstadt Libyens niederrasselten, war ein langer Stoßseufzer der Erleichterung unvermeidlich. Man vernahm ihn auch im „Castello“, in der Burg von Tripolis, dem Amtsgebäude der libyschen Verwaltung, und man hatte Verständnis dafür. Marschall Balbo, von jeher ein begeisterter Freund Deutschlands, interessierte sich für den Film „Aufruhr in Damaskus“ und sorgte dafür, daß die Filmleute alle nur erdenkbaren Erleichterungen genossen und daß ihnen die gewünschte Unterstützung auch dann zuteil wurde, als es sich um die Mitwirkung libyscher Truppenteile handelte.
Brigitte Horney, Gustav Ucicky, Joachim Gottschalk und andere Darsteller wohnten im Hotel „Mehari“ – das heißt „Reitkamel“ – und mussten dort zuschauen, wie sie mit der Platzfrage fertig wurden. Um diese Zeit ist „Saison“ in der Stadt Tripolis, der „weißesten Stadt der Welt“, die von den Italienern sozusagen als stolze Fassade ihrer nordafrikanischen Besitzung errichtet wurde. Die anderen Leute vom Film blieben auf dem „Habicht“, der damit zum „Filmmutterschiff“ ernannt werden konnte. Jeden Morgen, den das letzte Vierteljahr von 1938 werden ließ, wurden die Bewohner der „Habicht“- Kabinen von Booten ans Land gebracht, in Omnibusse und in die Waggons des „Wüstenexpresszuges“ verfrachtet und weit, weit ins Land Hineingefahren. Das Hinterland von Tripolis ist heute meilenweit bebaut. Die Oase dehnt sich erstaunlich groß hinaus, Wälder von Dattelpalmen breiten ihren spärlichen Schatten über ein Ackerland, dem Hunderte von Brunnen das Leben spenden, und hinter den niedrigen Lehmnauern liegen italienische und arabische Höfe, weiß in der Glut der Sonne, und warten auf den Regen, den die Filmleute so wenig gebrauchen können. Das Filmgelände bot sich dar, weit hinter der bebauten Zone, und die Sonne schien, aber mit Unterbrechung. Und das war die große Überraschung für alle jene, die noch nicht in Afrika gewesen waren. Bald aber war man der „Regenzeit“ dankbar, daß sie dann und wann eine kleine kurzfristige Abkühlung brachte, denn die Sonne kann in der Wüste von fast mörderischer Kraft sein. Gut, man würde eben vier Wochen oder mehr länger in Tripolis drehen müssen.
Viele haben es schon vergessen, daß hier, wo deutsche Filmleute ein behelfsmäßiges Fort errichteten, mit Gräben und Brustwehren, Beobachtungsturm und Drahtverhau, vor etwa zehn Jahren noch gekämpft wurde. Italien hat nach dem Weltkriege die Provinz Libia, neu gewinnen müssen. Es ist ein Boden, der oft umkämpft wurde, der seit Jahrhunderten umstritten ist. Sie machten den Deutschen in der Uniform kleinasiatischer Fronttruppen allerhand zu schaffen. Bei jedem Schuss, den die hinter ihren Sandsäcken lauernden Männer abgaben, wehte ihnen eine „Ladung Wüste“ ins Gesicht. Aber sie schossen, was die Flinten hergaben. Sie schossen so freudig, daß die Munition nachbestellt werden musste. Und die dreihundert Spahis, die als syrische Beduinen auf das Fort zuritten, konnten Allah dafür dankbar sein, daß die Munition Filmmunition war. Die Spahis waren aber gar nicht dankbar. Es bedurfte einiger Überredung, ihnen klarzumachen, daß sie vor Gräben und Drahtverhau Haltzumachen und schleunigst zurückzureiten hätten, weil das Drehbuch es so verlangte. Dem „Feind“ den Rücken zeigen? Ausgeschlossen! „Wir sind Söhne eines tapferen Volkes und denken nicht daran auszureißen!“ Mit den eingeborenen Libyern musste ein langes und ein breites verhandelt werden, bis sie ihre heroische Haltung aufgaben. Sie ritten heran wie die Teufel. Es wurden herrliche Aufnahmen. Alle die großen Szenen vom Heldentum deutscher Soldaten, von der stillen Selbstverständlichkeit der Kameradschaft und der Aufopferung wurden hier gedreht. Hans Nielsen spielte den tapferen Hauptmann Schulz, der das Fort erst aufgibt, als ein Befehl des Armeekommandos ihn nach Damaskus ruft, wo der Aufstand ausgebrochen ist und die Front im Rücken bedroht. Joachim Gottschalk ist der junge Leutnant Keller, der die verwegensten Patrouillen ausführt und sich kämpfend nach dem tobenden Damaskus durchschlägt, verwundet wird und trotzdem die Führung der kleinen Truppe übernimmt, um sie aus der Umklammerung des Gegners und bis in die Hefiiat zu bringen.
In Babelsberg bei Berlin waren unterdessen die Atelierbauten für „Aufruhr in Damaskus“ errichtet, und so konnte Gustav Ucicky ohne Pause ins Atelier gehen.

Metapedia-Artikel
https://de.metapedia.org/wiki/Aufruhr_in_Damaskus

 

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„Der Postmeister“ (1940) – Deutscher Spielfilm von Gustav Ucicky, angelehnt an die gleichnamige Erzählung von Alexander Puschkin – mit Heinrich George und Hilde Krahl

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Der Postmeister ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1940. Der Film entstand sehr frei nach der Erzählung Der Postmeister (Originaltitel: Станционный смотритель / Stanzionny smotritel) von Alexander Puschkin. Der Film entstand 1939/1940 in Wien, unter anderem am Bahnhof Klein-Schwechat (heute Kaiserebersdorf). Die Uraufführung fand am 25. April 1940 statt.

Zum Filmvideo:

https://youtu.be/b6rK3qsLbbM

Handlung
Der Film spielt irgendwo in der russischen Provinz. In großer Einsamkeit leitet ein Postmeister eine Poststation. Er lebt dort mit seiner schönen Tochter Dunja. Eines Tages macht hier der Rittmeister Minskij Station und schwärmt von Sankt Petersburg. Dunja solle unbedingt in die Stadt des Zaren kommen. Dunja verliebt sich in den stattlichen Mann und reist tatsächlich in der Hoffnung, den Rittmeister zu heiraten, nach Sankt Petersburg. Dort ist jedoch von Heirat nicht die Rede und Dunja versinkt im Großstadtleben. Als beliebte Mätresse der Adeligen schlägt sie sich durchs Leben. Einzig der junge Mitja meint es mit seiner Liebe ehrlich. Als der alte Postmeister Gerüchte vom Lotterleben seiner Tochter hört, macht er sich auf den Weg nach Sankt Petersburg. Sollten die Gerüchte wahr sein, will er seine Tochter und den Rittmeister umbringen. Obwohl sie eigentlich mit Mitja zusammen sein möchte, überredet sie den Rittmeister Minskij, mit ihr dem Vater die gemeinsame Hochzeit vorzuspielen. Dies überzeugt den Postmeister, der beruhigt wieder abreist, genauso wie Mitja, der mit Dunja daraufhin bricht. Völlig allein und enttäuscht von ihrem eigenen Dasein, nimmt Dunja sich das Leben.

Kritiken
Lexikon des internationalen Films: Hervorragend fotografiert und inszeniert – mit Heinrich George als Postmeister in seiner wohl besten Filmrolle.[1]
Theaterregisseur Jürgen Fehling über Heinrich Georges Darstellung des Postmeisters: …im Postmeister tanzte er wie ein (…) mozärtlicher Elephant (…) ein Granitblock, dem diamantene Tränen entfallen (…) mit einem Ausmaß an Phantasie, das Gott in hundert Jahren nur ein paarmal an Schauspieler verschenkt.

Auszeichnung
Der Film gewann bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 1940 den Mussolini-Pokal als bester ausländischer Film.

 

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Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Postmeister

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