„Der alte und der junge König“ (1935) – Deutscher Historienfilm über die Jugend Friedrichs des Großen

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Zum Film:

https://archive.org/details/DerAlteUndDerJungeKoenig1935

Der alte und der junge König ist ein deutscher Historienfilm über die Jugend Friedrichs des Großen von 1935. Im weiteren Sinne gehört der Film zu den sogenannten Fridericus-Rex-Filmen. Der Film wurde von der alliierten Militärregierung verboten, nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland aber nicht als Vorbehaltsfilm eingestuft.

Handlung:

Potsdam, Zeit des „Soldatenkönigs“. Friedrich Wilhelm I. sitzt mit seiner Familie beim spartanisch-einfachen Frühstück. Nur der Kronprinz fehlt. Er kann sich nicht vom Spieltisch trennen; dauernd verliert er und muß sich schließlich von zwei dunklen Ehrenmännern 4.000 Taler auf Wechsel borgen. Erst als die Regimenter zum Morgenappell antreten, erscheint er – vorschriftswidrig angezogen, schlecht frisiert, übernächtigt. Der schon längst über den Sohn erbitterte König gebraucht vor versammelter Mannschaft die schärfsten Worte gegen den „Obersten Fritz“ und befiehlt ihn für später am Tage zu sich. – Während dieses Zusammenstoßes auf dem Exerzierplatz hat die Königin, eine englische Prinzessin, den englischen Gesandten empfangen, um mit ihm ihren Herzensplan, ihre Tochter Wilhelmine mit dem Prinzen von Wales zu vermählen, zu beraten. Das Gespräch erfährt eine Unterbrechung durch den Eintritt des nicht gerade rosig gelaunten Königs. Friedrich Wilhelm kommt sofort auf politische Dinge zu sprechen, und der Gesandte muß zugeben, daß England keine Lust habe, Preußen den Erwerb von Jülich und Berg zu garantieren. In einem Wutanfall bricht der König kurzerhand alle Verhandlungen wegen der englischen Heirat seiner Tochter ab; unbekümmert um die heftigen Proteste seiner Gemahlin erklärt er, Wilhelmine dem Erbprinzen von Bayreuth zur Frau geben zu wollen. Der Kronprinz ist aufs äußerste empört über die Be­handlung, die ihm der Vater hat zuteil werden lassen. Er vertraut sich seinem Freunde Leutnant von Katte an: Er will dem Potsdamer Zwang entfliehen, über Frankreich nach England zur Familie der Mutter. Katte, durch und durch Soldat, lehnt es ab, ihm bei der Verwirklichung dieser Pläne behilflich zu sein, verspricht indessen, am Abend heimlich mit Fritz bei der Prinzessin Wilhel­mine zusammenzutreffen – Katte liebt die Schwester seines Freundes. – Die Audienz beim König bringt dem Kronprinzen neue Demütigungen.

Friedrich Wilhelm ist im Besitz der den Wucherern gegebenen Wechsel, und als Fritz halb aus Furcht, halb aus Trotz die Höhe seines Spielverlustes falsche Angaben macht, schimpft ihn der König einen Feigling und Lügner. Er verhängt Stubenarrest über den Sohn und verbietet ihm die französischen Bücher, die Musik, die geliebte Flöte. Wäre Fritz nur sein Sohn, so würde er es lernen müssen, ihn zu verlieren; aber aus dem Thronfolger müße er den künftigen König von Preußen formen, begründet Friedrich Wilhelm seine Handlungsweise. Der einzige Erfolg ist, daß Fritz sofort Pläne schmiedet, wie er den Stubenarrest durchbrechen und die übrigen Verbote des Vaters umgehen könne. Die Stunden, die der König im Tabskollegium zubringt, scheinen ihm dafür die beste Mög­lichkeit zu geben. – Aber er hat sich verrechnet. …  (Hier weiterlesen auf Metapedia.)

Der Film wurde von der Filmprüfstelle mit den Auszeichnungen Prädikat „Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll“ ausgezeichnet.

In der blauen (Verbots-) Liste der Alliierten Kontroll-Kommission für Deutschland ist er verzeichnet als „ein sehr guter Film herausragender Darstellung, der ausschließlich wegen seiner überzogenen militärischen und nationalistischen Propaganda zu bemängeln ist.“

Die Wiederaufführung des Films um 1960 rief den erklärten Unwillen von großen Teilen der westdeutschen Presse hervor.

Kritik nach den Uraufführungen in Stuttgart und Berlin: „Das ist ein Film. Der deutsche Film. Endlich. Ein gewaltiges Werk schöpferischer Gestaltungskraft […] Überragend Emil Jannings […] Zum Schluß brandete ungeheurer Beifall auf. Er galt einer großartigen Leistung.“ — Völkischer Beobachter, 7. Februar 1935

(Siehe Metapedia-Artikel https://de.metapedia.org/wiki/Der_alte_und_der_junge_K%C3%B6nig)


Verknüpfung zum Video:

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Der alte und der junge König - Video

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Persönlichkeit und Lebensweise Friedrichs des Großen

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„Kein Volk versinkt, das an sich selber glaubt; auch ich sah Sterne hell aus Nächten steigen. Einst kommt der Tag, da steht der Baum belaubt, und freies Volk wohnt unter seinen Zweigen.“ — Friedrich der Große

Der Große König war von Gestalt sehr klein, im Alter etwas gekrümmt. Aber das Feuer seiner großen Adleraugen verriet auch noch da seinen großen Geist.

Bald nach Beendigung des zweiten Schlesischen Krieges ließ er sich nahe bei Potsdam das  Lustschloß   S a n s s o u c i   bauen. Dort verbrachte er den größten Teil des Jahres, jeden Tag in strenggeregelter Tätigkeit.   „D e r   K ö n i g,“ sagte er, „i s t   d e r   e r s t e   D i e n e r   s e i n e s   S t a a t e s   und wird gut genug bezahlt für sein Amt, um ordentlich zu arbeiten.“ Im Sommer stand er schon um 3 Uhr, selten nach 4 Uhr auf. Vor Tisch ritt er gewöhnlich aus, immer im Trab oder Galopp. Bei großer Kälte ging er auch wohl zu Fuß, aber sowohl beim Reiten als beim Gehen trug er einen Krückstock und war in der Regel von 3—4 Windspielen, seinen Lieblingen, begleitet. — Schlag 12 Uhr wurde das Mittagessen aufgetragen. Die Unterhaltung bei Tische war meist sehr lebhaft. Gegen Abend veranstaltete der König gewöhnlich ein Konzert in seinem Schlosse; dabei spielte er dann die Flöte. Erst um Mitternacht ging er zu Bett; „denn nichts,“ sagte er, „hat mehr Ähnlichkeit mit dem Tode als der Müßiggang“. Alljährlich im Mai machte der König Reisen durch sein Land, musterte die Truppen und sah nach, ob seine Beamten ihre Schuldigkeit taten. Auf der Reise hatte jedermann Zutritt zu ihm und durfte seine Bitte oder Klage vortragen.

Er war für das Volk eine ehrfurchtgebietende und doch vertraute Persönlichkeit. Gewöhnlich nannte man ihn den „Alten Fritz“. Ein Augenzeuge schildert, wie der König, von einer Truppenbesichtigung heimkehrend, bei seinem Ritt durch die Straßen von einer jubelnden Menge begleitet wurde, bis er vor dem Schlosse vom Pferde stieg. Dann standen die Leute noch lange schweigend, die Mütze in der Hand, und schauten die Tür, hinter der er verschwunden war. „Und doch war nichts geschehen! Keine Pracht, kein Feuerwerk, keine Kanonenschüsse, kein Trommeln und Pfeifen, keine Musik, kein vorangegangenes Ereignis! Nein, nur ein 73jähriger Mann, schlecht gekleidet, staubbedeckt, kehrte von seinem mühsamen Tagewerk zurück. Aber jedermann wußte, daß dieser Alte auch für ihn arbeitete, daß er sein ganze Leben an diese Arbeit gesetzt und sie seit 45 Jahren noch nicht einen einzigen Tag versäumt hatte! Jedermann sah auch die Früchte seiner Arbeit nah und fern, rund um sich her; und wenn man auf ihn blickte, so regten sich Ehrfurcht, Bewunderung, Stolz, Vertrauen, kurz alle edleren Gefühle des Menschen.“


Quelle: L. Kahnmeyer und H. Schulze, Realienbuch, Ausgabe A, Nr. 136, Bielefeld und Leipzig 1940,  I, 115 f.


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