Adolf Hitler von einem fremden Dichter gesehen – Teil 6: Ein Blick ins Urwissen. Von Grigol Robakidse

E i n   B l i c k   i n s   U r w i s s e n

Er bändigt das Schicksal, und das Schicksal kommt ihm entgegen. Hier zeigt sich etwas, was eine wirklich große geschichtliche Persönlichkeit auszeichnet: die Überwindung der inneren Spaltung, die im menschlichen Sein tief begründet ist. Ich lasse hier meinen Helden Thavaden Georg aus meinem Buch: „Die Hüter des Grals“ sprechen:

„Vor dem Abfall lebte Adam Kadmon gottunmittelbar, nach dem Abfall empfand er Gott als sein Gegenüber. Er hatte die Dinge aus der Mitte heraus geschaut, jetzt sah er sie als Gegenstände. Die Frage: Wie kann ich etwas erkennen, das ich nicht selber bin, die Jahrhunderte lang die Denker beschäftigt, hätte Adam vor dem Abfall überhaupt nicht verstanden, weil er das andere als sein Sonderselbst wahrnahm. Das Wissen um das Sein ist nun nicht mehr das Sein selber. Die Menschheit hat die Ungeteiltheit des Seins verloren. Und diese Ungeteiltheit besitzt gerade das Tier. Das ist das Geheimnis. Verstehen Sie nun, warum uns die Tiere an Kraft übertreffen? Ist es Ihnen nun klar, warum wir die Tiere vergöttern?“ Und weiter: „Allerdings hat das Tier nicht ein Selbst, das Zeichen des Göttlichen: es ist ichlos. Dafür hat es aber die Ganzheit des göttlichen Seins in sich bewahrt. Das Tier nimmt die Umwelt genau so wahr wie das Auge das Lichtmeer: es sieht keine ‚Gegenstände‘. Stünde dem Auge das Lichtmeer als Gegenstand gegenüber, seine Sehkraft würde sofort gebrochen werden. Es wäre eine Art Abfall. Die Merkwelt des Tieres ist zugleich seine Wirkwelt. Wir behalten das Bild eines Wesens, auch wenn es fern von uns ist. Das Tier hat keine Vorstellungskraft, dagegen durchschaut es etwas in der unmittelbaren Berührung völlig bildhaft, es durchdringt sich mit dem Gegenüber. Daher seine ungeheure Magie. Durch sein bloßes Erscheinen verwandelt ein Wildtier die Atmosphäre, die es umgibt. So ist das Tier göttlich ganz, ohne Zwischenraum im Sein. Wahrscheinlich war Adam Kadmon Mensch und Tier zugleich, ungeteilt im Schoße des Göttlichen. Nun sehnt sich der Mensch nach seiner verlorenen Hälfte: nach dem Tier. Es ist daher zu verstehen, warum das Tier dem mythischen Menschen heilig erscheint: als Urheber, als Totem. Nicht umsonst haben Babel und Sumer, die Bewohner des unmittelbaren Urwissens, den kosmischen Kreislauf der Tiere erfaßt. Stier, Widder, Steinbock, Löwe, Skorpion – alle diese Tiere verkörpern die verschiedenen Eigenschaften des Adam Kadmon. Real und imaginär zugleich.“

Soweit über diese Überlieferung, wohlgemerkt: grundverschieden von jener des Alten Testaments.

Quelle: Grigol Robakidse, Adolf Hitler – von einem fremden Dichter gesehen, Eugen Diederichs Verlag Jena 1939

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