Gedenken Sassnitz 6. März 1945 – Dennis K. „Es war Mord“ (Musikvideo 5:24)

Was geschah?

Am 6. März begann das Massaker. Um 22 Uhr durchbrach das Heulen der Sirenen und das Brummen von Flugzeugmotoren die nächtliche Stille der friedlichen Gemeinde. Der Himmel über Sassnitz, war mit unzähligen „Tannenbäumen“ (Leuchtfallschirme zur Zielmarkierung) hell erleuchtet. Das Surren und Pfeifen der herabfallenden Bomben schien die Ankunft der Apokalyptischen Reiter in Sassnitz zu verkünden.. Das Knattern und Krachen der Tod und Verderben bringenden Bomben schien kein Ende zu nehmen. SASSNITZ 1945: DAS WAR KEIN KRIEG MEHR – DAS WAR MORD!
(Dennis K.)

Zum Musikvideo:

→  https://donnersender.ru/v/8289

Sassnitz

***

Zweiter Weltkrieg
Saßnitz, mit einem kleinen Fischerei- und Fährschiffhafen, wurde ab Ende Februar 1945 zunehmend Umschlagplatz für die Vertriebenen aus dem Osten. Wegen des zu geringen Tiefgangs des Hafens mußten größere Schiffe mit Flüchtlingen vor Saßnitz auf Reede liegen und daher wurde sie durch kleinere Schiffe entladen. Da dieser Vorgang mehr Zeit in Anspruch nahm als das direkte Entladen der Vertriebenen und Verwundeten, befand sich am 6. März 1945 eine größere Schiffsansammlung auf der Reede von Saßnitz.
In dieser Situation erfolgte der Bombenterror der Royal Air Force mit rund 150 Lancaster-Bomber der 5. Gruppe des alliierten Bombenkommandos auf die Stadt und den Hafen, während 41 weitere Bomber mit sieben Mosquitos als Jagdschutz die Reede angriffen. Ab 22.53 Uhr fielen die Bomben des ersten Angriffs der Terrorflieger und um 23.03 Uhr begann der zweite Angriff bis 23.12 Uhr. Dabei fielen auf das Stadtgebiet und den Hafen 491,3 t Bomben.
Sassnitz Kriegsgräberstätte_auf_dem_Alten_FriedhofEs starben 136 Saßnitzer Bürger, 195 Wohnungen wurden zerstört, 336 Wohnungen schwer beschädigt und ca. 400 Wohnungen leichter beschädigt. Im Gleisbereich des Hafens kamen ca. 750 bis 800 Menschen zu Tode, mehrere Soldaten fielen, aber hauptsächlich wurden Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder ermordet, die vor der Barbarei der Roten Armee geflüchtet waren und dachten, nun in Sicherheit zu sein.
Der im Hafen liegende Verwundetentransporter „Robert Möhring“ wurde durch zwei Bomben getroffen, fing an zu brennen und sank. Dabei fanden 353 Verwundete den elenden Tod. Auf der Reede fielen 173,7 t Bomben. Mehrere Seeminen wurden über Wasser abgeworfen. „Z 28“ wurde von drei Bomben getroffen und sank, wobei 150 Besatzungsmitglieder den Tod fanden. Ebenso sanken weitere fünfzehn Seefahrzeuge. Den anderen größeren Flüchtlingsschiffen „Deutschland“ und „Hamburg“ geschah glücklicherweise nichts.
Obwohl der Hafen schwer beschädigt war, sollten noch viele Flüchtlinge über Saßnitz in den Westen durchgeschleust werden.

Das Schicksal von „Z 28“
„Z 28“ war ein Zerstörer der Klasse Typ 1936 A. Der Stapellauf war am 20. August 1940 auf der Deschimag-Werft in Bremen. Die Indienststellung erfolgte am 9. August 1941. Am 24. Oktober 1944 erhielt „Z 28“ vor der Halbinsel Sworbe (Ösel) acht Bombentreffer, aber nur eine der von sowjetischen Flugzeugen geworfenen Bomben detonierte. Nach durchgeführter Reparatur war „Z 28“ im Februar 1945 wieder einsatzbereit. Der Kommandant war seit dem 11. Januar 1945 Fregattenkapitän Carl-Heinrich Lampe. Die Aufgabe von Z 28 bestand nun in der Sicherung von Flüchtlingstransporte aus dem Osten.
Am Vormittag des 5. März 1945 traf „Z 28“ auf der Reede von Saßnitz ein. Der Zerstörer begleitete das Flüchtlingsschiff „Deutschland“ von Gotenhafen. Große Eisschollen trieben in der See. Beim Bombenangriff am 6. März 1945 trafen drei Bomben den Zerstörer. Dabei wurden alle drei Kesselräume getroffen, das Schiff brach in zwei Teile. Das Heck sank schnell weg, aber das Vorschiff ging erst am Vormittag des folgenden Tages unter. Aufgrund der geringen Wassertiefe ragten die Aufbauten des Zerstörers aus dem Wasser.
Die Rettungsarbeiten wurden durch starken Frost und Dunkelheit erschwert. Viele Besatzungsmitglieder konnten schwimmend im eisigen Wasser die Mole ölverschmiert erreichen, einige erfroren dort, andere starben im Lazarett. Von den ca. 320 Besatzungsmitgliedern verloren 150 ihr Leben. Ihre Gräber sind auf den Friedhof in Dwasieden und auf der neu gestalteten Kriegsgräberstätte des Alten Friedhof in Saßnitz.

Vollständiger Metapedia-Artikel:
https://de.metapedia.org/wiki/Sassnitz

Sassnitz WK_II-003

***

https://wp.me/p2UUpY-3pe