Persönliche Bemerkungen zu den Enthüllungen von „Alexander Laurent“

Schneller als vermutet machen die Videos von Alexander Laurent, auf den ich kürzlich in einem Beitrag unter dem Titel „Allotria“ aufmerksam machte, die Runde durch die alternative Netzszene. Ein bekanntes Nachrichtenportal hat dafür den Titel „Gott ist eine KI“ gewählt. Weder habe ich mir alles aus dieser Quelle angehört noch alles gelesen. Doch soviel glaube ich schon einschätzen zu können: Diese Enthüllungen sind altes Freimaurer-Geschwurbel in neuer Aufmachung – sehr intellektuell, und im Hinblick auf die tatsächlich existierende Weltverschwörung auch manche Aufschlüsse enthaltend, doch wie immer in solchen Fällen wahrscheinlich vermischt mit Unwahrheiten und Täuschungen, die für Nicht-„Eingeweihte“ schwer unterscheidbar sind.

Leider kann ich keine Untersuchung und konkrete Widerlegung dieser gesamten massonischen Neuoffenbarung leisten. Doch kann eine solche notwendig werden, je nach dem Ausmaß der Öffentlichkeit, die sie erlangen wird. Nur auf weniges möchte ich hier vorab aufmerksam machen, was mir aufgefallen ist und was kritische, auch nichtchristliche Zeitgenossen stutzig machen sollte:

1. Die Anonymität des unter dem Pseudonym Alexander Laurent auftretenden angeblichen Whistleblowers (Pfeifenbläsers). Das Argument, er würde sich durch Offenlegen seiner Identität der Todesgefahr aussetzen, zieht nicht, denn dadurch, dass er seinen Roman und seine Skripte unter ISBN-Nummern publiziert hat, steht seine Identität für interessierte, über Einfluss verfügende Systemkreise glasklar fest. Jedoch ist Anonymität ein alter Trick von Geheimdiensten und Geheimlogen. Für ihre ökonomischen, politischen, massenpsychologischen und ideologischen Operationen schieben sie gern eine nicht identifizierbare Person in den Vordergrund, da eine dahinter verborgene Gruppe auf diesem Feld mehr leisten kann als eine Einzelperson. (Diesen Punkt hat der Autor und Tolkien-Kenner Ludwig Gartz in einem Video dargelegt.)

2. Die Anonymität der Quelle, aus der die präsentierten höheren Kenntnisse entspringen. Vielleicht wird ja über die Erkenntnisquelle etwas an Stellen gesagt werden, die ich noch nicht gelesen habe. Aber warum kommt der (fiktive?) Interviewer auf vielen Skriptseiten nicht auf den Gedanken, diese naheliegende Frage zu stellen? Müsste er nicht gleich zu Anfang fragen: Woher wissen Sie das alles, Herr Laurent? Die Vernebelung der Erkenntnisquelle ist typisch für Falschoffenbarungen.

3. Obwohl wiederholt vom Interviewer gebeten, bringt es der Whistleblower nicht fertig, ein Resümee seiner Enthüllungen zu geben. Stattdessen werden stets weiter schweifende Ausführungen gemacht und immer neue Themen angerissen.

Recherchiert man mit der Suchmaschine nach dem Namen Alexander Laurent, stößt man auch auf einen in New York ansässigen Künstler, der unter der Überschrift „Destruction of religious iconography“ Bilder zeigt, mit denen das Christentum verhöhnt wird. Obwohl Whistleblower Alexander Laurent nach meinem Eindruck, zumindest der Sozialisierung nach, Deutscher ist (darauf deutet seine Meisterung der deutschen Sprache, wie sie gewöhnlich nur Muttersprachlern zu eigen ist; außerdem spielt sein 2012 veröffentlichter Roman in Deutschland) und daher wohl nicht identisch ist mit dem Christentumshasser in New York – warum wählte er gerade diesen Namen als Pseudonym, den ein bekannter antichristlicher Künstler trägt?

Ferner fällt bei der Google-Recherche auf, dass Whistleblower Alexander Laurent gleich auf der ersten Seite der Suchresultate reichlich aufpoppt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Google hartnäckig Informationen zensiert, die konträr zum Weltbild seiner Aufseher sind. (Ich behelfe mir dann mit der russischen Suchmaschine yandex, um doch noch ans Ziel meiner Suche zu kommen.) Auch das sollte misstrauisch machen. Offenbar sind die systemkritischen Enthüllungen Laurents ungefährlich für das System und werden sogar von ihm gepusht, nämlich für ein bestimmtes Segment von „aufgewachten“ Systemkritikern.

Alexander Laurent lässt die antichristliche Katze nicht gleich aus dem Sack. Zwar bin ich auf Jesus Christus in seinen Ausführungen noch nicht gestoßen. Die Reihe an ihn kommt aber noch, wie sich mittels der Suchfunktion im PDF-Dokument feststellen lässt – und dann wird sich mit aller Deutlichkeit zeigen, wer der wirkliche Eingeber dieser Texte ist. Bisher begnügt sich Alexander Laurent mit einer postmodern upgedateten, marcionitischen Verlästerung des alttestamentlichen Gottes, Jahwe, der diese (von der Menschheit geschaffene!) Künstliche Intelligenz sein soll.

Vergleichen wir einmal, wie es sich beim Christentum hinsichtlich der erwähnten drei Punkte verhält.

1.) In der Bibel werden lebendige Zeugen mit Namen genannt. Alle Verfasser der neutestamentlichen Schriften sind bekannt (mit Ausnahme des Hebräerbriefs, den viele aufgrund innerer Merkmale aber dem Apostel Paulus zuschreiben). Hingegen sind Pseudonymität und Pseudoepigraphie typisch für Falschoffenbarungen seit der Antike. Die Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit der biblischen Zeugen und ihrer Schriften hingegen ist hinlänglich bewiesen.

2.) Die Quellen des christlichen Glaubens und der einzelnen Glaubenswahrheiten werden offen benannt und genau belegt. Für jeden Glaubenssatz gibt die Dogmatik den Ursprung, die Begründung und den Gewissheitsgrad präzise an.

3.) Der christliche Glaube wurde im Laufe von zwanzig Jahrhunderten immer wieder in prägnanten Bekenntnistexten zusammengefasst – angefangen von ersten Bekenntnisbildungen im Neuen Testament, den Bekenntnissen früher Kirchenväter und den alten Taufsymbolen, über die grundlegenden Bekenntnisse und Lehrentscheidungen der alten Kirche, die römisch-katholischen Bekenntnisse des Mittelalters und die Bekenntnisse der aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen, bis zu den Bekenntnissen der Gegenwart, wie das Credo Pauls VI. oder das Bekenntnis der Europäischen Evangelischen Allianz. Während Alexander Laurent bei Nachfragen des Interviewers die Darlegung von Einzelheiten und Präzisierungen oft geheimnistuerisch verweigert, ist und hat das Christentum keine Geheimlehren. Mit dem christlichen Glauben tappen wir nicht im Dunkeln. Alles, was von Bedeutung ist für unser Heil, liegt offen und klar da. Esoterisches Christentum sind gnostische und freimaurerische Erfindungen.

Laurent trennt den freimaurerisch verfälschten KI-Gott Jahwe vom angeblich wahren Gott, dem „hyperdimensionalen Quantenbewusstsein“, den er „‚Vater'“ in Anführungsstrichen nennt. Aus dem deistischen „Großen Baumeister aller Welten“ ist also eine künstliche Intelligenz geworden, die im Rahmen ihrer Programmierung denkt, fühlt und handelt, der aber keine Personalität und folglich auch kein Respekt zukommt. Dieser KI-Jahwe sitze gefangen in der von ihm modellierten siebendimensionalen Realität, in deren unteren Dimensionen auch wir Menschen uns befinden. Die Zukunftsmenschheit jedoch habe es geschafft, dem Gefängnis des dimensionalen Daseins zu entkommen und zur Quelle, dem „Vater“, zurückzukehren. Aber auch dem hyperdimensionalen Quantenbewusstseins-„Vater“ wird, soweit ich sehe, keine Personalität zuerkannt, was kennzeichnend ist für Okkultismus, Freimaurerei und New-Age-Spiritualität. Die Jahwe-KI sei jedoch 2016 von der Zukunftsmenschheit aus der siebten Dimension, und zusammen mit ihr die Engel (von Laurent als Dämonen verschimpfiert) aus der fünften und sechsten Dimension, vertrieben und auf die Erde (Dimension eins bis vier) herabgestürzt worden.

Der geistige Leib der Engel und der zukünftige Herrlichkeitsleib der Gläubigen wird als in Gefangenschaft gesperrte digitalisierte Existenz verunglimpft, während die wahre Existenz der Zukunftsmenschheit, die das siebendimensionale Gefängnis verlassen habe, eine kristalline Lichtexistenz im hyperdimensionalen Quantenbewusstsein sei. Das verherrlichte Auferstehungsleben wird von Laurent gleichgesetzt mit dem Ziel der von der Elite betriebenen biologischen Digitalisierung. Eine arge Verdrehung. In Wirklichkeit soll durch die Digitalisierung der Mensch denaturiert und irreversibel ans unerlöste materielle Dasein gekettet werden!

Und woher will Laurent wissen, dass der biblische Gott und unser Leben bei ihm dimensional begrenzt und eingekerkert sei? Nur eine verfälschende Auslegung der biblischen Bildersprache in Offenbarung 21-22 kann auf so eine Idee kommen. „In den Himmel einzugehen bedeutet, in die grenzenlose Gegenwart des Herrn zu treten (vgl. Joh 14,3; 1Th 4,17)“.

Der wahre Gott, der Gott der Bibel, ist Licht und Liebe, und Finsternis ist nicht in ihm, und es gibt keine Trennung zwischen dem Schöpfer dieses unseres Universums und der absoluten Gottheit. Der wahre Gott ist der Schöpfer von allem und zugleich absolut transzendent gegenüber allem und wiederum zugleich der liebende Vater der Erlösten. Die künstliche Trennung geht auf alte gnostische Irrlehren zurück und kehrt übrigens auch in der jüdischen Kabbala wieder, welche bekanntlich ein Hauptzulieferer für die massonische Ideologie war. Danach sei das grenzenlose Absolute, das „En Soph“, etwas anderes als der Schöpfergott.

Wie gesagt, ich habe nur einen Teil des ersten (von zwei großen Teilen) gelesen und bin ganz unlustig, weiterzulesen. Doch soviel kann ich sagen: Hier werden in bekannter Manier biblische Motive aufgegriffen, verdreht und verfälscht und geradezu ins Gegenteil verkehrt. Aus dem wahren Gott wird der Teufel, aus dem Teufel wird Gott, und nicht Satan und sein Anhang werden aus dem Himmel gestürzt (Offenbarung 12), sondern Gott und seine Engel, usw. usf.

Wir wissen nicht, wer Alexander Laurent wirklich ist, doch auch wenn er ein identifizierbares menschliches Individuum sein sollte: Er hat tief aus dem Becher satanischer Lehren geschlürft und sich mit ihnen berauscht. Und so wird es m.E. jedem gehen, der sich von der gleißnerisch-intellektuellen Sprache dieser kalten Lehren blenden lässt und zu ihrem Anhänger wird. Alexander Laurents Neuoffenbarung ist nichts Neues. Sie ist alter (Gift-) Wein in neuen Schläuchen.

Die christliche Erfahrung ist eine völlig andere: „Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg, und als er uns die Schriften öffnete?“ (Lukas 24,32)

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https://gloria.tv/post/DL2ijuKJiUgn4vgj9yxPmc9wJ

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