Endzeitnotizen (70): Die Bergspitzen der Prophetie (+ Schaubild)

Es gibt einige alttestamentliche Prophetien, die schwierig zu verstehen sind, weil sie – innerhalb einer einzigen prophetischen Aussage – Informationen enthalten, die sich auf das erste und das zweite Kommen Christi beziehen. Die alttestamentlichen Propheten sahen nicht das lange Zeitalter der Gemeinde, das beide Kommen voneinander trennt. Um es genauer auszudrücken: Ihnen fehlte das klare Verständnis dafür, dass Christus zweimal kommt. In 1. Korinther 2,9 zitierte Paulus Jesaja, der bekannte, nicht alles zu verstehen, was Gottes Plan für die Menschheit vorsah. Dann fügte Paulus hinzu: „Uns … hat Gott es geoffenbart durch den Geist“ (V. 10). Somit bieten neutestamentliche Prophetien oft Erläuterungen zu endzeitlichen Weissagungen des Alten Testaments. Und deshalb sollen sie auch zusammen untersucht werden (…).

Viele Juden begingen den Fehler, das zweimalige Kommen des Messias in einem Ereignis zusammengefasst zu sehen. Diese Tatsache erklärt, warum so viele von ihnen Jesus nicht als Messias annahmen. Sie griffen die Messiasverheißungen bezüglich des Sieges über die Welt – Zusagen, die für die Wiederkunft Jesu gelten – auf und wandten sie auf sein erstes Kommen an. Somit verwarfen viele Menschen Jesus nicht vorrangig deshalb, weil er ihren Erwartungen nicht entsprach, die sie an den allergrößten Wundertäter oder Lehrer stellten. Vielmehr lehnten sie ihn ab, weil er nicht die Ketten der römischen Besatzungsmacht sprengte. Sie sahen in ihm den Befreier Israels, erkannten aber nicht, dass sich die auf sein künftiges Reich beziehenden Verheißungen erst bei seiner Wiederkunft und nicht bei seinem ersten Kommen erfüllen würden. Stattdessen kam er, um für ihre Sünden zu leiden, am Kreuz für sie zu sterben und wieder aufzuerstehen. Ohne diese Ereignisse gäbe es keine Sündenvergebung und kein ewiges Leben.

Jesaja schrieb z.B.: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Groß ist die Herrschaft und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit“ (Jesaja 9,5-6). Jesaja erkannte nicht, dass in diesen Worten ein zweimaliges Kommen beschrieben wurde. Wir, die wir im Zeitalter der Gemeinde leben, haben den Vorteil, zurückschauen und erkennen zu können, dass einige Prophetien beim ersten Kommen Christi erfüllt wurden, während andere erst bei seiner Wiederkunft in Erfüllung gehen werden.

Wenn wir die zentralen Prophetien bezüglich des zweimaligen Kommens Jesu als Bergspitzen und andere Ereignisse wie das Zeitalter der Gemeinde sowie die Trübsalszeit als Täler ansehen, dann wird ein Großteil von dem, was wir in der biblischen Prophetie lesen, klarer.

Die Bedeutung des Schaubildes, das die Bergspitzen der Prophetie und der Geschichte an ihrer jeweiligen Stelle zeigt, wird in einem von Clarence Larkin [Dispensational Truth, Philadelphia 1920] geschriebenen Standardwerk verdeutlicht:

„Die Propheten sahen in gerader Linie die ‚Bergspitzen der Prophetie‘ vor sich, ohne jedoch das dazwischenliegende ‚Tal der Gemeinde‘ zu erkennen. Wir haben einen anderen Standpunkt. Wir schauen ‚von der Seite‘, links von uns liegt das ‚Tal‘ mit dem ‚ersten Kommen‘ (Kreuz) und rechts von uns sehen wir das ‚zweite Kommen‘ (die Krone). Wir müssen lediglich die sich auf sein ‚erstes Kommen‘ beziehenden Prophetien und die anderen prophetischen Stellen, die im Alten Testament auf das zweite Kommen Christi hinweisen, auseinanderhalten. Dies vereinfacht das Studium der Prophetie.“ [a.a.O., S. 6]

Jesajas Prophetien konzentrieren sich hauptsächlich auf den Messias und Israel. Jeremia verkündete Israels Rückkehr in sein Land. Hesekiel sprach von der Wiederherstellung Israels in seinem Land sowie von dem Land des Tausendjährigen Reiches, dem wiederhergestellen Tempel und der Art des Gottesdienstes in dieser Zeit. Daniel weissagte über die Nationen und ihren letzten großen Führer, den Antichristen. Sacharja beschäftigte sich am meisten mit den Ereignissen, die bei der Wiederkunft Christi stattfinden werden:

* der Antichrist (der nichtige Hirte): .. Sacharja 11,15-17
* Harmagedon: ……………………………………. Sacharja 14,1-3
* Bekehrung der Angehörigen
des Volkes Israel: ………………………………… Sacharja 12,9-14
* Christi Wiederkunft
auf dem Ölberg: …………………………………… Sacharja 14,4-11
* hohes Alter der Bewohner
Jerusalems: …………………………………………. Sacharja 14,4-11
* Laubhüttenfest: ……………………………….. Sacharja 14,16-21

Beachten wir, dass Sacharja diese Ereignisse nicht in ihrer chronologischen Reihenfolge sieht. Alle großen Propheten und neun der kleinen Propheten heben in ihren Weissagungen das Königtum Christi hervor. Aus diesem Grund waren die religiösen Führer zur Zeit Christi irritiert. Doch heute können wir im Nachhinein die Prophetien des ersten und des Wiederkommens auseinander halten. Dies wird Ihnen besonders bewusst werden, wenn Sie die Prophetien mit dem dazugehörigen Schaubild studieren. Dieses Verständnis wird Ihnen helfen, hinsichtlich der prophetischen Zukunft ein „Arbeiter (zu werden), der sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit in gerader Richtung schneidet“ (2. Timotheus 2,15).

Quelle:
LaHaye/ Ice, Countdown, Dillenburg (5.) 2016, S. 34-36; Abb. S. 35

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https://www.gloria.tv/post/8R7x2B6ALvQZAqyxBh17NLu1P

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