Endzeitnotizen (44): Warum ist der 14. Mai 2021 bibelprophetisch ein besonderer Tag?

Liebe Mitchristen, am 14. Mai, also Freitag dieser Woche, werden wir um einiges klüger sein. Mit „wir“ meine ich jene weltweite Gruppe von Christen, die ich der Kürze halber Vorentrückler (englisch „pretribbers“) nenne und denen ich mich – in geistiger Verbundenheit, nicht in Form von Mitgliedschaft in einer Institution oder Organisation – für zugehörig halte. Vor Jahrzehnten zählte diese Gruppe einige hundert Millionen hauptsächlich evangelikaler Christen. Heute dürfte sie auf einige zig Millionen geschrumpft sein. Es sind aber viel weniger, denen die endzeitliche Erwartung, um die es hierbei geht, eine auf Glauben gegründete starke Hoffnung ist, und es ist eine überschaubar kleine Gruppe von Leuten, die sich damit in Artikeln und Videos öffentlich beschäftigen.

Pretribbers (Abkürzung für „pretribulationalists“)/ Vorentrückler sind Christen, die eine haushaltungsmäßige oder dispensational(istisch)e Sicht der Heilsgeschichte haben (siehe hier und hier) und die glauben, dass wir am Ende der Dispensation der Gnade leben, welche das Zeitalter der Gemeinde (Kirche) Jesu Christi ist. Mit Gemeinde ist nicht die Kircheninstitution gemeint, sondern die Brautgemeinde des Herrn. Die Begriffsinhalte und Zugehörigkeiten überschneiden sich, sind jedoch nicht deckungsgleich. Die Mitglieder der Kircheninstitutionen sind Christen dem Bekenntnis nach, aber nur ein Teil dieser bekennenden Christen (Taufscheinchristen) haben den rettenden Glauben, durch den sie mit der göttlichen Gnade zu wiedergeborenen Christen und Gliedern der Brautgemeinde Christi werden. Diese Gläubigen glauben, dass der Herr Jesus Christus sie, seine Braut, vor der siebenjährigen Trübsal bewahren wird, indem er sie vorher abholen kommt und zu sich in das „Haus des Vaters“ entrückt, wo er ihnen eine Wohnstatt bereitet hat. Zugleich mit der Entrückung der lebenden Gläubigen werden alle, die im Laufe des Gemeindezeitalters in Christus entschlafen sind und sich mit ihrer unsterblichen Geistseele schon bei ihm befinden, auferstehen und einen unverweslichen Auferstehungsleib empfangen. Es ist dies Teil dessen, was die Bibel „erste Auferstehung“ nennt, welche mit der Auferstehung des Herrn an Ostern vor zweitausend Jahren begann. Wenn sich das alles so verhält, dann wird diese Auferstehung/Entrückung das größte, einschneidendste Ereignis der Menschheitsgeschichte seit dem ersten Kommen des Herrn sein.

Heute legen die Kirchen mehrheitlich die betreffenden Stellen der Schrift anders aus, nämlich amillennialistisch, d.h., ohne den Glauben an ein wörtlich zu verstehendes Tausendjähriges Reich und folglich auch ohne den Glauben an eine davor stattfindende siebenjährige Drangsal und Vorentrückung. Die unterschiedlichen Auffassungen habe ich in mehreren „Endzeitnotizen“ vorgestellt, aber das soll jetzt nicht das Thema sein. Vielmehr ist die Pointe dieser Notiz die Zeit oder die Saison der Entrückung. Der Herr sagte, dass niemand den Tag und die Stunde kennt, nur der Vater im Himmel. Er hat uns jedoch aufgetragen, die Zeichen der Zeit zu beachten, sie im Licht der biblischen Prophetie zu deuten und uns für seine Ankunft bereitzuhalten:

„Habt aber acht auf euch selbst, dass eure Herzen nicht beschwert werden durch Rausch und Trunkenheit und Sorgen des Lebens, und jener Tag unversehens über euch kommt. Denn wie ein Fallstrick wird er über alle kommen, die auf dem ganzen Erdboden wohnen. Darum wacht jederzeit und bittet, dass ihr gewürdigt werdet, diesem allem zu entfliehen, was geschehen soll, und vor dem Sohn des Menschen zu stehen!“ (Lukas 21,34-36; Schlachter 2000; Hervorhebung von mir). Mit „diesem allem“ ist die große Drangsal gemeint, die der Herr in Vers 25 und 26 dieses Kapitels geschildert hat. Jedenfalls ist das eine Auslegung, die durch andere Stellen bestätigt wird.

Im selben Kapitel spricht der Herr vom Feigenbaum (Lukas 21,29-31):

„Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume! Wenn ihr sie schon ausschlagen sehr, so erkennt ihr von selbst, dass der Sommer jetzt nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies geschieht, so erkennt, dass das Reich Gottes nahe ist.“

Ein Kommentator schreibt dazu:

„Ein anderes Zeichen, das die Nähe seiner Wiederkunft anzeigen wird, ist das ‚Ausschlagen‘ des ‚Feigenbaums und aller Bäume‘. Der ‚Feigenbaum‘ ist ein Bild für das Volk Israel. Er wird in der letzten Zeit Zeichen neuen Lebens zeigen. Sicherlich ist es nicht ohne Bedeutung, dass nach Jahrhunderten der Zerstreuung und der Bedeutungslosigkeit die Juden im Jahre 1948 ihren Staat neu gründeten, der nun als Mitglied der Völkerfamilie anerkannt ist. …“ (William MacDonald, Kommentar zum Neuen Testament, 7. Aufl., Bielefeld 2018, S. 323)

Es ist keinesfalls so, dass die prätribulationalistischen Bibelgelehrten geschlossen das Gleichnis vom Feigenbaum auf Israel deuten. Einige namhafte Gelehrte sprechen sich direkt dagegen aus, aber andere tun es doch, und ihnen schließen sich viele aus der „Vorentrückler-Gemeinde“ im Internet gerne an.

Daran wird eine andere Ansicht geknüpft, nämlich die Auslegung der Worte Jesu: „Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist.“ (Lukas 21,32)

Zu dieser schwierigen Stelle schreibt der vorerwähnte Kommentator:

„Jesus sagte, dass ‚dieses Geschlecht nicht vergehen wird, bis alles geschehen ist‘. Was meinte er jedoch mit ‚diesem Geschlecht‘?
1. Einige sind der Ansicht, dass er sich auf die Generation bezog, die zu der Zeit lebte, als er diese Worte sagte, und dass alles erfüllt wurde, als Jerusalem zerstört wurde. Doch dies kann nicht so sein, weil Christus nicht ‚in einer Wolke und mit Macht und großer Herrlichkeit‘ wiedergekehrt ist.
2. Andere glauben, dass ‚diese Generation‘ die Menschen bezeichnet, die Augenzeugen des Anfangs dieser Zeichen sein werden. Diejenigen, die den Anfang der Zeichen miterleben, werden auch noch bei der Wiederkunft Christi auf Erden sein. Alle vorhergesagen Zeichen würden dann innerhalb einer Generation geschehen. Das ist eine mögliche Erklärung.
3. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich ‚dieses Geschlecht‘ auf die Juden in ihrer feindseligen Haltung Christus gegenüber bezieht. Der Herr wollte damit sagen, dass die Juden überleben würden – zwar zerstreut, aber als Volk fortbestehend. Dabei würde sich ihre Haltung ihm gegenüber nicht verändern. Vielleicht trifft sowohl 2. als auch 3. zu.“ (loc. cit.).

Die Vorentrückler im Internet halten sich an Auslegung Nr. 2, wobei sie diese mit der Deutung des Feigenbaumgleichnisses auf den wiederentstandenen (ungläubigen) Judenstaat verbinden.

Es erhebt sich die Frage: Wie lange dauert eine Generation? Im gewöhnlichen Sprachgebrauch meinen wir mit einer Generation ja die ersten Jahre eines Lebensalters, bis Nachkommen gezeugt sind, so dass ein Jahrhundert etwa vier Generationen umschließt. Im biblischen Kontext der Ölbergrede des Herrn ist jedoch ein ganzes Lebensalter gemeint. Und wieviele Jahre umspannt ein Lebensalter? Man könnte sagen: in der Zeit nach der Sintflut, in der wir leben, sind das maximal 120 Jahre (vgl. 1. Mose 5 und 11). Mose selbst starb im Alter von 120 Jahren. Nun haben wir von eben diesem Mose einen Psalm, wo wir über das Lebensalter des Menschen folgendes lesen:

„Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre; und worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit“ (Psalm 90,10).

Nach dem Grundsatz, dass die Schrift die Schrift auslegt, hätten wir nun diese Angaben:

* Das Ausschlagen des Feigenbaums begann 1948, genauer: am 14. Mai 1948.
* Die Generation, die das erlebte, wird nicht vergehen, bis das alles geschehen ist, nämlich die Geburtswehen und die Drangsal bis zum zweiten Kommen des Herrn in Macht und Herrlichkeit.
* Das Leben dieser Generation währt „wenn es hoch kommt, achtzig Jahre“.
Wer am 14. Mai 1948 geboren ist, wird am 14. Mai 1928 seinen achtzigsten Geburtstag feiern. Bis dahin spätestens müsste der Herr – unter den genannten Voraussetzungen – in Macht und Herrlichkeit zurückkehren, wie in Offenbarung 19,11-16 beschrieben. Da dies am Ende der siebenjährigen Trübsalszeit (Daniels 70. Jahrwoche) geschieht, müsste dieser Zeitabschnitt sieben Jahre vorher begonnen haben und die Entrückung der Gemeinde vorher, wahrscheinlich kurz oder sehr kurz vor dem Einsetzen der Trübsal, geschehen sein.

Das war eine Darstellung in groben Zügen. Die Dinge werden durch zusätzliche Überlegungen kompliziert, wie durch die Tatsache, dass die Bibel mit prophetischen Jahren von 360 Tagen rechnet, u.a. Ein anderer Gedanke ist, dass unser hypothetisches Geburtstagskind vom 14. Mai 1948 am 14. Mai 2028 zwar 80 Jahre alt wird, aber, wenn man will, dies bis zum 13. Mai 2029 bleibt. Erst am 14. Mai 2029 ist die 81. Geburtstagsfeier. Noch ein Gedanke ist, dass der Herr bei seinem ersten Kommen die biblischen Frühjahrsfeste erfüllt hat und bei seinem zweiten Kommen die Herbstfeste erfüllen wird. Wenn er zum Beispiel im Herbst 2028 wiederkäme (zum Posaunenfest), würde sich der Beginn der Trübsal entsprechend verschieben.

Wie dem auch sei – es dürfte klar geworden sein, warum der 14. Mai 2021 ein besonderes Datum ist, wenn die Trübsal 2021 ( = 2028 minus 7) beginnen und zuvor die Entrückung stattfinden sollte.

Am 14. Mai 2021, am Freitag dieser Woche, ist der israelische Nationalfeiertag, welcher „Jom HaAtzma’ut“ = Tag der Unabhängigkeit, genannt wird. Dann wird der Staat Israel 73 Jahre alt. Während ich diese Zeilen schreibe, verschärft sich die Lage in Jerusalem und in Israel stündlich.

Wir werden sehen. Das Wichtigste ist, dass wir unser Verhältnis zu Gott in Ordnung bringen und halten und an unseren Herrn, Gott und Erlöser Jesus Christus glauben, und zwar, wie Philippus dem äthiopischen Kämmerer sagte, „von ganzem Herzen“ (Apostelgeschichte 8,37), mit einem lebendigen, tätigen Glauben (Jakobus 1,22; 2,26).

„Wachet und betet allezeit!“

Ein weiterer heißer Kandidat ist das Pfingstfest. Das biblische Pfingsten (Schawuot) ist dieses Jahr am 17. und 18. Mai.

Aber auch wenn diese Tage vorbeifließen, ohne dass die Entrückung geschehen ist und die Trübsal beginnt – nach den Zeichen der Zeit zu urteilen können wir sicher sein, dass wir uns in der prophetischen Saison befinden.

Frühe Kirchenväter glaubten, dass von der Himmelfahrt des Herrn bis zu seinem zweiten Kommen 2000 Jahre vergehen würden. (Darüber in einer anderen Endzeitnotiz.)

Was auch immer geschieht: Sein „Timing“ ist perfekt.

***

https://gloria.tv/post/Ei2cMGAajLPZ4b1QawhL4YPWT

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