Endzeitnotizen (24): Das sechste Zeitalter: Endzeit — Teil 1/2: Die Zeit der Gnade

Von Pfingsten bis zum Kommen Jesu in Macht und Herrlichkeit.
a) Die Zeit der Gnade. Von Pfingsten bis zur Entrückung der Gläubigen.

Nach der Himmelfahrt des Herrn Jesus blieben die Apostel nach dem Wort des Herrn in Jerusalem, um auf die „Verheißung des Vaters“ zu warten, den anderen Sachwalter, den Heiligen Geist (Ap. 1,4). Sie verharrten in diesen besonderen Tagen im Gebet. So waren sie 10 Tage später, zu Pfingsten, mit ca. 120 Gläubigen an einem Ort versammelt. Sie empfingen an diesem Tag den Heiligen Geist, der seine Ankunft mit einem vom Himmel kommenden Brausen, gleich einem gewaltigen Wind, kundtat. Es erschienen ihnen zerteilte Zungen, wie von Feuer. Es setzte sich auf einen jeden von ihnen. Sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt (Ap. 2,1-4).

Die machtvolle Kraft des Heiligen Geistes, der von nun an in einem jeden Gläubigen wohnt, äußerte sich sofort in jenem Zeugnis der zwölf Apostel an die zusammengeströmte Menge des jüdischen Volkes in Jerusalem. Sie bewirkte die Predigt des Petrus, der anhand der Heiligen Schriften dieses Ereignis deutete und gleichzeitig vom Leben, Sterben, Auferstehen und von der Verherrlichung des Knechtes Gottes, Jesus, sprach (der ja erst vor wenigen Wochen gekreuzigt worden war). Alle diese Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Sie drangen ins Herz der Hörer, riefen Buße und Bekenntnis, d. h. Bekehrung, hervor. Die Sinnesänderung, der Glaube an den Herrn Jesus, den Gott zum Herrn und Christus gemacht hatte, wurde durch die Taufe von 3000 Gläubigen bestätigt. Sie und viele andere später wurden durch den Herrn der Versammlung (oder Gemeinde [ekklesía, Kirche; so auch im weiteren]) hinzugetan (Ap. 2,5-47).

Durch die Verfolgung und Zerstreuung der gläubigen Juden wurde jedoch die Botschaft weitergetragen über Jerusalem und Judäa hinaus nach Samaria, und viele wurden im gleichen Sinne gläubig. Sie standen alle in engster Verbindung mit dem Gesetz und dem Gottesdienst Israels, ja, sie waren Eiferer für das Gesetz (Ap. 8,1-25; 21,17-20). Obwohl nun dieser Überrest aus Israel bestand, lehnte die Gesamtheit des Volkes Jesus als seinen Messias ab; Saulus von Tarsus, ein Pharisäer, ist ein Typus für diese Haltung (Ap. 8,1-3).

Das Volk der Juden hatte den Herrn verworfen, und Gott schickte sich an, sein irdisches Volk beiseite zu setzen. Die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. setzte den vorläufigen Schlusspunkt unter diesen Zeitabschnitt.

So endete das fünfte Zeitalter (des Gesetzes) im Gericht über Israel.

Wir erkennen jedoch, dass mit dem Aufnehmen der guten Botschaft durch viele aus den Nationen, nicht nur Juden-, sondern auch Heidenchristen den Heiligen Geist empfingen. Die Bekehrung des römischen Hauptmanns Kornelius und seines ganzen Hauses steht als Beispiel für diese Tatsache (Ap. 10,1-48), welche die Überlegungen der Apostel aufs stärkste bewegte, da sie erkennen mussten, dass Gott hinsichtlich der Gabe seines Geistes keinen Unterschied zwischen Juden und Heiden machte (Ap. 11,1-26). Gerade die Bevorzugung Israels vor den Nationen im kommenden Reich war eines der markantesten Kennzeichen des Reiches Gottes, und zwar nach den Schriften (Sach. 14,16-21; Jes. 60).

Inzwischen jedoch hatte der Herr selbst den, der die Gläubigen aufs ärgste verfolgte, Saulus von Tarsus, vor Damaskus überwunden und berufen (Ap. 9,1-30) und diesem auf seine Weise seine Gedanken über den Fortgang seiner Versammlung (Gemeinde) mitgeteilt: Einzelne aus Juden und Heiden (wenn auch ungezählte Scharen) sollten sie als Herausgerufene bilden. Das Gesetz der Gebote in Satzungen (die „Zwischenwand der Umzäunung“) ist hinweggetan am Kreuz. Der Herr hat beide, die Nahen (Juden) und die Fernen (Heiden) nicht nur in einem Leib mit Gott versöhnt, sondern sie beide auch in einem Leib vereinigt und sie als seinen Leib, mit ihm als dem Haupt, dargestellt (Eph. 2,11-22).

Dieses Geheimnis – in den Schriften des Alten Bundes nicht geoffenbart – (Eph. 3,2-12; Kol. 1,26-29) ist nun die Versammlung (Gemeinde) des lebendigen Gottes. Sie ist vor Grundlegung der Welt in ihm, dem Christus, schon von Gott auserwählt, um ihren Platz in ihm und später mit ihm in himmlischen Örtern zu haben (Eph. 2,5-7). Sie wird durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes auf der Erde gebildet, und zwar während der Zeit, in welcher das Volk Israel noch beiseitegesetzt ist, bis die „Vollzahl aus den Nationen“ eingegangen sein wird (Römer 11,25). Sie hat himmlische Segnungen und das Vaterhaus droben als ihre Zukunft und Heimat (Eph. 1,3-14). Sie ist auf dem Weg dorthin und wird von dem Herrn selbst in einem Nu, in einem Augenblick, dahin entrückt werden (1. Thess. 4,13-17; 1. Kor. 15,51-58). Während diese Versammlung (Gemeinde) hier auf Erden noch ihren Weg nimmt, ist sie einerseits die „Behausung Gottes im Geist“, nur gebildet aus den wiedergeborenen Kindern Gottes, die den Geist Christi haben (Eph. 2,20-22), andererseits jedoch durch vielfältige Wirkungen von innen und außen, von seiten der Welt, der Sünde und Satans in Versuchung und Verfolgung (2. Thess. 1,4-5; Ap. 14,22). Sie kommt zudem durch mangelnde Liebe zum Herrn und Trägheit in Verbindung mit der Welt und dem Bösen (Ap. 20,29-30). Dadurch werden die gesegneten Wirkungen des Geistes Gottes behindert, ja sogar ausgelöscht. Ein Zustand, der das Missfallen des Herrn hervorruft, von dem die Vielfalt der neutestamentlichen Briefe und die 7 Sendschreiben der Offenbarung berichten (Offb. 2-3).

Nach den Worten des Herrn in Offenbarung 1 sieht er seine Versammlung (Gemeinde) als Leuchter (Lichtträger) in dieser Welt (Offb. 1,12-20); muss jedoch feststellen, wie dunkel und immer dunkler dieses Licht wird. Die sieben Sendschreiben sind an die genannten, damals bestehenden sieben Versammlungen (Gemeinden) in Kleinasien gerichtet. (Es gab dort jedoch mehr als sieben, so dass die Auswahl und die Zahl symbolischen Charakter trägt.) So wie damals sieben unterschiedliche Zustände gleichzeitig nebeneinander bestanden und den vielen anderen Gläubigen – einzeln und gemeinsam – als warnendes und auch ermunterndes Beispiel galten, so bestehen bis zum Ende der Versammlung (Gemeinde) hier auf Erden die unterschiedlichsten Zustände nebeneinander. Darüber hinaus erkennt man im Ablauf der Sendschreiben wohl auch ein gewisses Nacheinander bzw. eine Entwicklung von Zuständen des christlichen Zeugnisses. Das wird nicht nur in diesen sieben Sendschreiben deutlich, sondern auch in den prophetischen Darstellungen der übrigen neutestamentlichen Schriften (2. Tim, 3,1-9). Zugleich zeigt auch das Beispiel der Versammlung (Gemeinde), dass – wie in früheren Zeitabschnitten, so auch unter ihrer Verantwortung – ihr Ende hier auf Erden unter Gericht gestellt wird (Offb. 3,16).

Das christliche Zeugnis wird – je länger je mehr – durchsetzt durch die Wirkungen des Geistes des Antichristen […]. Es befinden sich in zunehmendem Maße unter diesem Zeugnis solche, die nur den Namen haben, dass sie leben, aber tot sind (Offb. 3,1).

Die Schrift zeigt also beides: Die Vollkommenheit ihrer Stellung in Christus und die Zustände, die zutage treten durch Untreue und Sünde.

Am Ende ihres Erdenweges ruft der Herr alle, die seinen Geist haben (Römer 8,9.11), durch die Entrückung heraus. Auch dieses Ereignis gehört mit zu dem Geheimnis der Versammlung (Gemeinde). Die durch Jesus Entschlafenen werden auferweckt und die lebenden Gläubigen zugleich mit ihnen entrückt, dem Herrn entgegen in die Luft, um bei Jesus zu sein, da wo er ist (1. Thess. 4,15-18). Sie werden nach seiner wirksamen Kraft umgestaltet und mit Leibern ausgestattet, die seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig sind (Phil. 3,20-21). Sie erscheinen vor seinem Richterstuhl und werden dort mit ihrem Tun offenbar, um ihnen das zu lohnen, was durch die Kraft des Geistes Gottes in ihnen und durch sie in ihrem Leben auf der Erde gewirkt werden konnte. Alles eigene Tun hat dann zu ihrer Beschämung keinen Bestand mehr (1. Kor. 3,12-15; 2. Kor. 5,10; Röm. 14,10).

Teil 2/2 folgt

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Quelle:
Eade, Alfred Thompson: Bibel-Panorama / mit CD-ROM – Die sieben Zeitalter des biblischen Heilsweges in zwölf farbigen Darstellungen mit Erklärungen zum Bibelstudium. 24. Aufl., Dillenburg 2019, S. 44-45.
(c) Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg 1974.

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