Adolf Hitler von einem fremden Dichter gesehen – Teil 4: Der entscheidende Augenblick. Von Grigol Robakidse

hitler_odeonplatz_1914
Adolf Hitler – München Odeonplatz 1914

D e r   e n t s c h e i d e n d e   A u g e n b l i c k

Und ich stelle mir vor: 1919 – das Diktat von Versailles ist über Deutschland verhängt worden. Erschüttert hält das deutsche Volk für eine Sekunde seiner Geschichte inne – diese Spanne gleicht dem Sternenaugenblick. Jeder Deutsche: Mann und Frau, jung oder alt, ohne Unterschied nach Stand und Rang, fühlt nun in sich tief nur das Eine: daß er Deutscher ist. Tief innerst blutet in ihm die Wunde, das Wesen des Volkes ist gefährdet. Durch das ganze Land geht diese einzige Welle: Schmerzwelle. Jeder ist von ihr getragen, mehr oder weniger; jeder wird ihr Träger, nach seiner Beschaffenheit und Kraft. Das Blut rinnt durch die Wunde, im Rinnen schöpft es Heilkräfte. Die Welle durchrieselt alle, in ihr sind alle vollkommen eins – sie läuft gleichsam von Mann zu Mann, als suche sie einen, der allein sie zu tragen und zu ballen vermöchte. Und – o Geheimnis der Flut und Ebbe zwischen dem Ganzen und dem Einzelnen: die Welle findet ihn, den Ersehnten. Nun ist er, der Auserwählte, ihr Empfänger und Gestalter.

Es gibt eine Aufnahme einer großen Kundgebung am Tage der Kriegserklärung 1914. Tausende von Menschen vernehmen, gepackt und ergriffen, das Heranrücken des Gewitters. In der Mitte der Masse steht ruhig Einer, ein Irgendeiner. Sein Gesicht ist von Erwartung gespannt – amor fati prägt es zum überwindenden Willensmut. Er ist dämmernd in sich gekehrt und erscheint dabei hell überwach. Er steht da entschlossen: ganz Bereitschaft. Er ist es, in dem jene Welle ihren schöpferischen Träger gefunden hat. In diesem Augenblick ist die neue Wende in die deutsche Welt eingetreten.

Die Geschichte offenbarte später den Namen des Namenlosen: Adolf Hitler.

Quelle: Grigol Robakidse, Adolf Hitler – von einem fremden Dichter gesehen, Eugen Diederichs Verlag Jena 1939

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