Adolf Hitler von einem fremden Dichter gesehen – Teil 2: Die geheime Stimme. Von Grigol Robakidse

D i e   g e h e i m e   S t i m m e

Sein Auftreten wird immer als einmalig erlebt. Tausende erwarten ihn unmittelbar, und Millionen harren auf sein Kommen, vom Funk übertragen. Welle auf Welle rollt lohend und rauscht in Begeisterung. Man spürt körperhaft: er kommt, er ist schon nahe. Lichtgeboren rühren sich an jedem Laut die Wurzeln der Wartenden. Die Wellen wachsen gewaltig. Niemand ist hier mehr ein Einzelner. „Jede Schulter ist Bruder und jeder Blick Schwester.“ („Die Hüter des Grals“) Von den Wogen hochgetragen, schwebt beglückt der Lauscher: Beute und Fanger zugleich. Nun ist der Führer da. Der Sturmwirbel umarmt seine Ankunft: „Heil, Heil, Heil!“ Da legt sich breit das Meer wie abrauschend, und die Wellen falten sich langsam schwindend. Kein Hauch mehr, die Ruhe umlegt alle; nur die Herzen schlagen kräftig in Glut und Erwartung. Da erschallt die tiefe Stimme herb und liebevoll, und man hört atembeklommen die bekannten Worte: „Deutsche Männer und Frauen!“ Ein paar Sätze, und der Redner ist gleich mit voller heiliger Ergriffenheit an die Sache herangegangen.

Ich vernehme diese Stimme wie Millionen andere innigst. Ab und zu höre ich nicht auf die Worte, ich lausche die innere Sprache ab, und ich vermag dann nicht mich von einer seltsamen Vision abzuwenden. Zwei Millionen Tote liegen auf ermattetem Boden, siebeneinhalb Millionen bluten noch, die große deutsche Armee senkt die Waffen. In der schweren mondlosen Nacht waltet eine Stille wie nicht von dieser Welt. Plötzlich ertönt von weither eine Stimme, voll von Wehklang, doch mit entschlossenstem Lebensmut. Man vernimmt diese Stimme im Schweigen befremdend – ist sie die Stimme des auferstandenen, Mythos gewordenen unbekannten Soldaten? Man vernimmt sie im Schweigen befremdend, und gleichzeitig spürt jeder in seiner Tiefe: als spräche er selber.

Hinter den Worten Adolf Hitlers fühle ich immer den Schall dieser Stimme. Er spricht so ergriffen, daß man zuweilen das Gefühl verliert, als ob es sich noch um die Stimme eines einzelnen Menschen handelt. Fürwahr offenbart sich hier gestalthaft das deutsche Selbst.

Ist dieses Selbst metaphorisch zu verstehen?

Quelle: Grigol Robakidse, Adolf Hitler – von einem fremden Dichter gesehen, Eugen Diederichs Verlag Jena 1939

***

Adolf Hitler, The Man Against Time [deutsch] – Video 8:26
https://archive.org/details/AdolfHitlerTheManAgainstTime360p

***

https://wp.me/p2UUpY-30K

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.