„Flüchtlinge“ (1933) – Deutscher Spielfilm von Gustav Ucicky, nach dem Roman „Deutsche wollen heim“ von Gerhard Menzel, mit Jürgen Albers und Käthe von Nagy in den Hauptrollen

Flüchtlinge1933 Filmfoto

Flüchtlinge ist eine deutsche Literaturverfilmung von 1933. Die Dreharbeiten wurden von Juli bis Oktober 1933 in Seddin bei Potsdam und im Freigelände Neubabelsberg abgewickelt. Die Uraufführung fand am 8. Dezember 1933 im Ufa-Palast am Zoo in Berlin statt.

Zum Filmvideo:

https://archive.org/details/Flchtlinge1933FullMovieHQVideo

Handlung:

Flüchtlinge1933 Filmplakat1928! Krieg um die Mandschurei. Um die riesigen steinernen Stadttore von Charbin heulen die Granaten und pfeifen die Kugeln.
Panik in der Stadt! Die chinesischen Einwohner flüchten mit Sack und Pack und drängen zu den Toren. Dazwischen japanische, manschurische, russische Soldaten. Von Zeit zu Zeit fliegt eine Granate in die Stadt, reiht wieder eine Lücke in die jahrtausendealten Stadt mauern. Unter den Flüchtenden sind Deutsche, die aus Rußland entkommen sind, Wolgadeutsche mit Frauen und Kindern. Ihr Führer ist der Ingenieur Laudy, dessen Steckbrief an den Häusern von Charbin klebt. Der Sowjetkommissar schert sich nicht darum, daß Charbin nicht Rußland ist; in dem allgemeinen Wirrwarr läßt er seine Soldaten jeden Wolgadeutschen verhaften, den er antrifft.
Auf Lastautos, mit einem riesigen Netz überdeckt, wie Tiere, werden die Unglücklichen zusammengepfercht und zurücktransportiert in die Sowjethölle. Verzweifelt bleiben die Frauen und Kinder zurück. Niemand hilft ihnen, Ordnung und Recht gibt es nicht, in Charbin ist Krieg, und jeder denkt nur an sich Vorsichtig führt Laudy seine Schafe nach der internationalen Niederlassung. Hier tagt die hohe Kornmission des Völkerbundes in weltfremder Abgeschlossenheit. Mit bewegten Worten schildert der deutsche Delegierte die Not der Wolgadeutschen und protestier im Namen der Menschlichkeit dagegen, daß hier auf internationalem Gebiet die Lee mit Gewalt auf gegriffen werden Es ist vergeblich, er predigt tauben Ohren und ernte völkerrechtliche Spitzfindigkeiten. Laudy liegt mit seinen Leuten vor dem militärisch bewachten Drahthindernis, welches die internationale Niederlassung von der Chinesenstadt trennt. – Die Flüchtlinge werden ungeduldig, dumpfe Wut breitet sich aus, jeder weiß, die Russen sind da. – Ein eleganter, hochgewachsener Offizier, Europäer, aber in chinesischer Uniform, erscheint. Hochmütig mustert er die zusammengedrängten zerlumpten Leute. Erregte Worte fallen. Der Offizier antwortet deutsch. Es ist Arneth, ein deutscher Instrukteur im Dienst der Nanking-Regierung. Verbittert und angewidert von der Knechtseligkeit der deutsche Republik ist er ins Ausland gegangen, als man ihn in der Heimat wegen Vaterlandsliebe eingesperrt und verfolgt hatte. Mögen die Jämmerlinge weiter winseln, was schert ihn die Not der andern! – Als Arneth auch bei dem mandschurischen General kein Fahrzeug bekommt, um nach Peking zu fahren, beschließt er, sich selbst zu helfen und geht zum Bahnhof.
Hier stößt er wieder auf die Deutschen, die denselben Gedanken hatten. Eine noch angeheizte verlassene Lokomotive steht da mit mehreren Güterwagen. Auf dem Führerstand trifft Arneth auf Laudy, der zu Entsetzen einen Malariaanfall bekommen hatte und von seiner Schwester Kristja notdürftig betreut wird. Ohnmächtig sieht Laudy, daß Arneth der Stärkere ist. Die Lage der Flüchtlinge ist verzweifelt. Arneth, der weiß, daß er ohne die Mitarbeit der anderen den Zug nicht in Gang setzen kann, reißt die Führung an sich. Jetzt kommt Leben in die Bude! Das fürchterliche unfruchtbare Geschimpfe hört auf. Schnell hat jeder seinen Auftrag. Die Lage verschlimmert sich, als Arneth feststellt, daß die Gleise vor dem Zuge durch einen Volltreffer aufgerissen sind. Also Werkzeuge her und ran an die Arbeit! Die Leute, zermürbt und hoffnungslos, meutern, als Arneth zur Erkundung fort ist. Das kostbare Wasser der Maschine soll getrunken werden. Schon sprudelt der Lebenssaft – da kommt Arneth zurück. Ein Schuß streckt den Meuterer tot zu Boden und schafft wieder Ordnung. Allmählich folgen die Leute der klaren, energischen Führung, und Arneth fühlt längst, daß es hier um mehr geht als um die eigene Rettung. Er ist jetzt schicksalhaft der Führer seiner Landsleute, mit ihnen verbunden wie einst im Kriege, auf Tod und Leben. – Werkzeuge werden geholt.
Der junge Peter wird zu Tode getroffen und gerade als eine Deutsche im Eisenbahnwagen einen Jungen das Leben schenkt. – Rastlos arbeiten die Männer unter Arnelhs eisernem Willen. Jede Minute ist kostbar. Arneths Tatkraft erreicht, daß bei Tagesanbruch das Loch in den Gleisen geflickt ist. Die Sonne geht auf. Die Russen suchen immer noch den Bahnhof ab. Da! Da sind sie! Eiligst läßt Arneth seine Schar einsteigen. Schon schwirren die Kugeln der Verfolger. Der letzte Wagen soll frei bleiben, befiehlt Arneth, der muß als Zielscheibe dienen. Der Zug fährt an. Wird das Wagnis glücken? Eine Handgranate fliegt in den leeren letzten Wagen, explodiert. Der brennende Wagen springt aus den Gleisen, mühsam schleppt sich der Zug weiter. Da koppelt Arneth, von Kugeln umschwirrt, im Fahren den brennenden Wagen los, und nun ist der Zug frei. Unter dem Jubel der Deutschen fährt der Zug hinaus in die Freiheit. Laudy, der sich längst mit Arneth versöhnte, führt die Maschine und blickt glücklich auf Kristja, die in Arneths Armen sicher aufgehoben ist. – Stark wird er sie durchs Leben führen.
Weit ist der Weg zurück ins Heimatland, So weit, weit, weit. Ein deutscher Soldat hat sich zur Heimat zurückgefunden.
Quelle: Illustrierter Film-Kurier

Auszeichnungen
Der Film erhielt den Filmpreis der Reichsregierung und den Nationalen Filmpreis sowie das Prädikat „Film der Nation“.

Anmerkungen
„Flüchtlinge“ wurde in der Herstellungsgruppe Günther Stapenhorst in einer deutschen und einer französischen Fassung hergestellt. Käthe von Nagy, der beliebte UFA-Star, spielte in beiden Fassungen die weibliche Hauptrolle. Ihre Partner in der deutschen Fassung waren Hans Albers, Eugen Klöpfer, Ida Wüst, Franziska Kinz, Fritz Genschow, Veit Harlan, H. A. Schlettow, H. H. Schaufuß und andere, während in der französischen Fassung Pierre Blanchar, Charles Vanel, Rene Bergeron, Pierre Pierade, Raymond Cordy, Mady Berry, Vera Baranowskaja, Line Noro und Aimos ihre Gegenspieler waren.[1]
In der französischen Fassung führt der Film den Titel „Au Bout du Monde“.
Die Außenaufnahmen wurde auf dem Gebiet der großen Filmstadt Neubabelsberg gedreht.

Den vollständigen Artikel auf Metapedia lesen:
https://de.metapedia.org/wiki/Fl%C3%BCchtlinge_(Film)

Kritiken
Flüchtlinge1933 Filmkurier„FLÜCHTLINGE, ihr nächstes Werk, entstand nach dem Roman des Filmautors. Die Geschichte einer Gruppe Wolga-Deutscher, die unter der Leitung eines von Demokratie verbitterten, doch schließlich national erweckten Republikflüchtlings aus der von sowjetischen und japanischen Truppen umkämpften Mandschurei ins Reich heimfinden, realisierte Ucicky als Genre-Abenteuer. In der Figur des Helden — mit Hans Albers besetzt — ausgestattet als Führerpersönlichkeit, mit eiserner Energie, Entschlossenheit und Rücksichtslosigkeit, aber dennoch „sympathisch und menschlich“, wird der Heroenkult des neuen Regimes transportiert. Seine Gegenspieler, nicht minder holzschnittartig gezeichnet, sind als Vertreter fiesen Untermenschentums gedacht, aber doch so ungebändigt, daß sie den Reiz des Außenseitertums befördern.“ – Goswin Dörfler in CineGraph: Gustav Ucicky, Lieferung 5 vom Dezember 1985
„Mit „Flüchtlinge“ […] ist plötzlich der „neue“ Film da, der seit der nationalsozialistischen Revolution gefordert und erstrebt wird. Dieses Filmwerk ist vom „neuen Geist“ getragen, denn es verkörpert die hohen sittlichen Ideen der Selbsthilfe und des Führerprinzips. […] Es ist wirklich geworden, was wir immer wieder vom Film verlangten, was verlangt werden muß, wenn anders der Film überhaupt mehr sein soll als ein oberflächlicher Zeitvertreib, wenn er den Menschen mehr geben soll als ein paar Stunden Bilderbeschauen. Hier ist auch eine Gesinnung, eine Überzeugung, hier ist eine tragende, gestaltende Idee, und sie ist nicht ein Einsprengsel, nicht eine wortreiche Episode im Filmgeschehen […] Und sie ist keine Idee, die uns fremd wäre, sondern eine, die zeitnahe ist: das Arbeiten, Kämpfen, Sterben für ein hohes Ziel, der Einsatz eines jeden für alle, der von einem einzelnen geweckte und gehaltene einigende Glaube an die befreiende Macht der opferwilligen Tat. […] Hans Albers ist auch hier wieder einmal der draufgängerische Abenteurer, doch nicht selbstherrlicher, als es das Ganze zuläßt. Er erlebt seine Rolle mit dem letzten Nerv und füllt sie aus mit seiner großen Kunst, die nach dieser Leistung als „Flüchtling“ und als harter, unbeugsamer Führer wohl von niemandem mehr bezweifelt wird. […] Damit ist dieser Film ein wahrer Deutschenspiegel geworden.“ – Oskar Kalbus: Vom Werden deutscher Filmkunst. 2. Teil: Der Tonfilm. Berlin 1935, Seite 104 f.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCchtlinge_(Film)#Kritiken)

Sehen Sie mehr

⇒ DEUTSCHE FILME !

Zum Filmvideo:

https://archive.org/details/Flchtlinge1933FullMovieHQVideo

Flüchtlinge1933 Videotitel

***

https://wp.me/p2UUpY-2HH

Ein Gedanke zu „„Flüchtlinge“ (1933) – Deutscher Spielfilm von Gustav Ucicky, nach dem Roman „Deutsche wollen heim“ von Gerhard Menzel, mit Jürgen Albers und Käthe von Nagy in den Hauptrollen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.