Unversehenes Erleben des Alls und seines Urgrundes

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Bild ‚Where Art Thou, Shri Krishna Ji?‘ – Quelle: soulveda.com

Plötzlich, ohne jedes Vorzeichen, zu jeder Zeit, an jedem Ort, ohne erkennbaren Grund kann es geschehen.

Ganz plötzlich war ich von einer feuerfarbenen Wolke umgeben. Einen Augenblick lang dachte ich an Feuer, an ein Flammenmeer irgendwo nahebei in jener großen Stadt, im nächsten wußte ich, daß das Feuer in mir war. Unmittelbar darauf überkam mich ein Gefühl des Jubels, der unermeßlichen Freude, begleitet oder gefolgt von einer Erleuchtung des Verstandes, die ich unmöglich beschreiben kann. Unter anderem begriff ich nicht nur, sondern ich sah, daß das Universum nicht aus toter Materie besteht, sondern im Gegenteil eine lebendige Gegenwart ist; mir wurde bewußt, daß ewiges Leben in mir ist. Es war nicht die Überzeugung, daß mir ewiges Leben zuteil werden würde, sondern das Bewußtsein, daß ich in diesem Augenblick ewiges Leben hatte; ich erkannte, daß alle Menschen unsterblich sind; daß die kosmische Ordnung so ist, daß ohne jeden Zweifel alle Dinge zum Besten von allem und jedem zusammenwirken; daß das Ursprungsprinzip der Welt, aller Welten, das ist, was wir die Liebe nennen, und daß das Glück aller und jedes einzelnen auf lange Sicht eine absolute Gewißheit ist (Zit. aus R. M. Bucke).

[…]

Nun kam ein Moment der Verzückung, so intensiv, daß das Universum stillstand, als sei es verblüfft über die unbeschreibliche Erhabenheit des Schauspiels. Nur einer im ganzen unendlichen Universum! Der All-Liebende, der Vollkommene … In demselben wunderbaren Augenblick dessen, was man himmlische Seligkeit nennen könnte, kam die Erleuchtung. Ich sah in einem eindringlichen inneren Bild die Atome oder Moleküle, aus denen sich das Universum anscheinend zusammensetzt – ich weiß nicht, ob materiell oder spirituell –, wie sie sich neu anordnen, während der Kosmos (in seinem fortdauernden, immerwährenden Leben) von einer Ordnung in die andere übergeht. Welche Freude, als ich sah, daß in der Kette keine Unterbrechung war – kein Glied wurde ausgelassen –, alles geschah an seinem Platz und zu seiner Zeit. Welten, System – alles vermischte sich zu einem harmonischen Ganzen. (R. M. Bucke)

***

Quelle: Ken Wilber, Wege zum Selbst, 1991, S. 11 f.

Kurzlink: https://wp.me/p2UUpY-1VR

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