Radwanderer

RADWANDERER

Versunken längst der letzte Dämmerschein,
Gelöscht in Stuben, Stall und Hof die Lichter,
Vom Mond fließt fahles Hell auf Feld und Weide,
Wo still in lauer Mainacht Kühe stehn.

Leis knirscht die Straße. Ein Radwandrer kommt,
Schaut in die bleiche Flur, hebt auf den Blick
Zur karggestirnten dunklen Halle, hauslos,
Hinterweltlos, kehrt ihn zurück zur Erde.

Dort, wo der Weg abfällt, in flacher Kuhle
Schwamm eine Regenlache unlängst, drob
Schaumbläschen trieben, Wellchen huschten, schwanden.

Und eines Sommertages wird Radwandrer
Am Weg verblühten Ahorn sehn, sogar
Ein überhängend Gartenbirnchen kosten.

Uedem, 4./13. August 2017
(c) Gunther Maria Michel

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